Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Sachsen-Anhalt

Dem zentralen Bundesland Sachsen-Anhalt fehlen nach offiziellen Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) derzeit 133 Hausärzte.

 

Hausärztliche Bedarfsplanung für Sachsen-Anhalt

Von den rund 1400 in Sachsen-Anhalt praktizierenden Hausärzten werden innerhalb der nächsten neun Jahre 825 (59%) in den Ruhestand gehen. Schon heute fehlen rund 140 Hausärzte, und wenn nicht viele Hausärzte bis über das Rentenalter weiter arbeiten würden, wäre die Lage schon heute sehr viel prekärer. Aktuell geht die KV davon aus, dass jeder Dritte der ausscheidenden Hausärzte keinen Nachfolger findet.

 

Vermutlich wird dieser Anteil in Zukunft noch deutlich ansteigen.

 

Sachsen-Anhalts Ärzteschaft ist überaltert und findet schwer Nachfolger

Wenn die vier über 70 Jahre alten Hausärzte in Wolmirstedt ihre Praxen mangels Nachfolger aufgeben, droht der Region ein eklatanter Hausärztemangel. Schon jetzt sind alle acht Hausärzte in Wolmirstedt so ausgelastet, dass sie kaum noch neue Patienten aufnehmen können.

 

Drohender Kollaps der hausärztlichen Versorgung in Wolmirstedt

20.10.14

Im Kreis Altmark nehmen Hausärzte keine neuen Patienten mehr an. Darüber wird exemplarisch in der AZ-Online berichtet. Ursache ist die Schließung einer Hausarztpraxis in Dähre, für die bislang kein Nachfolger gefunden wurde.

 

Aufnahmestopp bei Hausärzten

28.8.14

Ich gebe zu, dass ich noch nie etwas von Wolmirstedt gehört habe, aber ich werde mir diesen Namen merken, denn es wird schwerfallen, einen Ort mit einer noch älteren Ärzteschaft zu finden. Der Altersdurchschnitt der Wolmirstedter Ärzte beträgt über 64 Jahre! Vier der neun Hausärzte in der 11 500 Einwohner großen Stadt sind sogar über 70 Jahre alt.

Der Wolmirstedter Stadtrat hat nun über das Problem beraten und reflexhaft beschlossen, eine Arbeitsgruppe zur Lösung des unmittelbar bevorstehenden dramatischen Ärztemangels zu bilden. An die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) will man sich zunächst nicht wenden, wahrscheinlich, weil man berechtigter Weise davon ausgeht, dass von dort ohnehin keine Hilfe zu erwarten ist. Die KV kann einen freien Arztsitz nur dann vergeben, wenn ihn auch jemand haben will - und genau da sieht es sehr schlecht aus.

Das am 27.8.14 "erzielte" Verhandlungsergebnis der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) mit den Krankenkassen über einen effektiven Honorarverlust von 0,1% bei bleibenden Budgets und anderen finanziellen Risiken lässt die Lage sicher nicht besser werden.

 

Die alten Ärzte von Wolmirstedt

5.8.14

In einem bis dato unveröffentlichten Gutachten des IGES-Instituts wurde festgestellt, dass die Hausärzte in den ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts ein um 14%höheres Honorar haben, als ihre Kollegen in der Stadt Berlin. Daraus wird gefolgert, dass der Hausärztemangel im ländlichen Bereich nichts mit dem Honorar zu tun habe. Auch ein höheres Honorar würde Hausärzte folglich nicht aufs Land locken können. Vollkommen außer acht gelassen wird leider die Tatsache, dass Landärzte für dieses um 14% höhere Honorar deutlich mehr als 14% zusätzlich arbeiten müssen, als ihre Berliner Kollegen. Würde man das Honorar der Landärzte um ihre zusätzliche Arbeitszeit bereinigen, verdienen sie nämlich pro Stunde deutlich weniger als die städtischen Hausärzte.

Natürlich wissen dies die Verantwortlichen des IGES-Instituts, doch die Leser der vielen Artikel, in welchen diese Ergebnisse vorab veröffentlicht werden, wissen es nicht, und werden bzgl. der Ursachen des zunehmenden Hausärztemangels wieder einmal für dumm verkauft.

 

Falsche Rückschlüsse aus den Halbwahrheiten eines unveröffentlichten Gutachtens

Alarmierende Daten für den Osten. Die Prognosen für den Ärztemangel in Ostdeutschland waren bisher schon sehr schlecht, aber es wird noch schlimmer kommen, als bislang angenommen wurde.

 

Es wird noch schlimmer!

Das Anwerben ausländischer Hausärzte stellt nach Meinung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt keine Lösung für den sich ausbreitenden Hausärztemangel dar. Gerade in der hausärztlichen Versorgung ist das sprachliche Verständnis zwischen Arzt und Patient sehr wichtig, doch die meisten ausländischen Hausärzte sprechen nicht gut genug Deutsch.

 

Mediziner aus dem Ausland stellen keine Lösung dar.

Vor allem in Mitteldeutschland wird der Ärztemangel dramatische Formen annehmen. Der MDR hat in einem Thementag die Problematik beleuchtet.

 

Ärztemangel in Mitteldeutschland

Der Anteil der in Teilzeit arbeitenden Ärzte verschärft das Problem des Ärztemangels zusätzlich. Die Ursache ist u.a. der immer größer werdende Anteil an Ärztinnen, die nur in der Teilzeitarbeit die Verknüpfung zwischen Beruf und Familie erreichen können.

 

Teilzeitarbeit verschärft den Ärztemangel

Auch in Sachsen-Anhalt nimmt die absolute Anzahl der Ärzte zu. Der Hausärztemangel wird dadurch allerdings nicht verhindert.

 

Ärztemangel trotz zunehmender Arztzahlen - kein Widerspruch

Aktuelles:

In Deutschland fehlen nach offiziellen Angaben bereits über 2500 Hausärzte

 

15. September 2017

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer sind derzeit in Deutschland über 2500 hausärztliche Niederlassungen unbesetzt. Genaue Zahlen finden Sie hier.

In Bayern fehlen knapp 190 Hausärzte

 

13. September 2017

Bayern gilt unter Hausärzten als erstrebenswertes Bundesland für eine Niederlassung. Dafür sorgen die gute Lebensqualität, hohes Honorar und Niederlassungs-prämien der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Trotzdem sind im südlichen Bundesland 189 Hausarztsitze derzeit nicht besetzt. Spitzenreiter ist der Niederlassungsbereich Ingolstadt Süd, wo es derzeit 13 Nieder-lassungsmöglichkeiten für Hausärzte gibt.

 

Niederlassungsübersicht Bayern

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Copyright by Andreas Ploch, September 2017