Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Niedersachsen

Wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit ihrer aktuellen Bedarfsplanung mitteilt, fehlen im nordwestlichen Bundesland 366 Hausärzte.

 

366 Hausärzte gesucht!

Auch Niedersachsen redet sich den Hausärztemangel statistisch schön und verkennt, dass die Bedarfplanung vor drei Jahren so angepasst wurde, dass es offiziell keine Unterversorgung gibt. Trotzdem sorgt man sich.

 

http://www.esanum.de/fragen-und-antworten-zum-hausarztemangel/

Öfter mal was Neues! In der Gemeinde Harsefeld, nahe Stade stellt man einen Hausärztemangel fest, nachdem im Jahr 2014 gleich zwei Hausärzte aus Altersgründen und ohne Nachfolger ihre Praxen geschlossen haben. Doch der Hausärztemangel , so wird auf einem Infoabend der örtlichen CDU betont, besteht nicht offiziell, denn man habe immerhin noch einen Versorgungsgrad von 84 Prozent. Sicherheitshalber lässt man unter den Tisch fallen, dass der Versorgungsgrad nach der alten Bedarfsplanung gerade noch 70 Prozent beträgt.

Der Rest aber ist Altbekanntes: Stipendien für Studenten, Anwerbeprämien, Ärzte anstellen, MVZ etc. Dabei übersieht man auch in Harsefeld, dass es kaum noch Allgmeinmediziner gibt, und auch Stipendien nicht in der Lage sind, Studenten in den vollkommen unattraktiven Hausarztberuf zu locken.

 

Hausärztemangel - aber nicht offiziell!

10.2.15

In der Region der Autostadt Wolfsburg fehlen derzeit 22 Hausärzte. Der Großteil der verbleibenen Hausärzte wird in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen, wodurch der fünftgrößten Stadt Niedersachsens ein gravierender Hausärztemangel droht. Zwar esxistiert in Wolfsburg schon seit Jahren ein Förderprogramm mit einer Förderprämie von bis zu 20000€ für niederlassungswillige Allgemeinmediziner, doch dieses trug bislang keine Früchte. Daher wurde beschlossen, die Niederlassungsprämie auf 50000 € zu erhöhen, um durch einen verstärkten finanziellen Anreiz an neue Ärzte zu kommen.

Leider wird hierbei vollkommen übersehen, dass auch deutlich attraktivere Regionen als Wolfburg, wo es nur wenige Privatpatienten gibt, bereits eine ebenso hohe Prämie ausgelobt haben, und trotzdem keinen Erfolg auf der Suche nach Hausärzten verzeichnen konnten. Um es ganz klar zu formulieren: 50000 € sind nur Peanuts, für die kein klar denkender Arzt das heutzutage unkalkulierbar hohe Risiko der Niederlassung unter der Knechtschaft von Gesundheitspolitik und Kassen eingehen wird.

 

Wolfsburgs neuer, alter Weg, Hausärzte zu finden

Wolfsburg erhöht Startgeld für Hausärzte

26.12.14

Die niedersächsische Samtgemeinde Rodewald sucht einen Nachfolger für einen in Kürze ausscheidenden Hausarzt. Da man bereits erkannt hat, dass der deutsche Markt praktisch leergefegt ist, beschreitet man einen ungewöhnlichen Weg. Der neue Hausarzt soll aus Namibia kommen. Namibische Ärzte sprechen oft deutsch und die medizinsche Ausbildung Namibias ist mit der in Mitteleuropa durchaus vergleichbar. Daher wurden bereits drei Suchanzeigen in einer deutschsprachigen namibischen Zeitung geschaltet.

 

Der neue Hausarzt soll aus Namibia kommen

In Niedersachsen wurde ein Modellprojekt mit einer rollenden Arztpraxis gestartet. Der Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Lautenschläger fährt mit einem umgebauten VW-Transporter über die Dörfer und behandelt vor Ort Patienten, die es aus eigener Kraft nicht mehr zum Arzt in die nächste Stadt schaffen oder keinen neuen Hausarzt mehr finden. Denn Hausärzte gibt es im ländlichen Bereich Niedersachsens immer weniger.

 

Die rollende Arztpraxis

Das Arztmobil gegen den Landärztemangel

In Middels (Lkr. Aurich) schließt der Landarzt am 31.12.2014 seine Praxis. Einen Nachfolger wird es wahrscheinlich nicht geben.

 

Trotz Förderprogramm kein Landarzt in Sicht

Rund 2000 Menschen werden in Lindhorst wohl demnächst ohne Hausarzt sein, wenn im Juli 2014 zwei Allgemeinmediziner die Gemeinde verlassen. Nachfolger sind nicht in Sicht. Es könnte sogar sein, dass die frei werdenden Kassenarztsitze wegen rechnerischer Überversorgung des betreffenden Mittelbereichs von der Kassenärztlichen Vereinigung gar nicht neu ausgeschrieben werden.

 

Drohende Versorgungskatastrophe in Lindhorst

16 Gemeinden in Niedersachsen bilden das Aktionsbündnis "Ärztlich Willkommen" um dem immer gravierender werdenden Hausärztemangel zu begegnen. Alleine komme man nicht mehr weiter, sagt einer der Initiatoren.

 

Ärztlich Willkommen

Der niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) fordert "Förderprogramme" für neue Hausärzte.

Wir benötigen jedoch keine Förderprogramme, die ohnehin ineffektiv sind! Um neue Hausärzte zur Niederlassung zu motivieren, brauchen wir eine angemessene Honorierung, eine Reduktion der meist vollkommen überflüssigen, durch die Kassen auferlegte Verwaltungsarbeit und den Wegfall des Regressdrucks durch die Krankenkassen.

Kein Förderprogramm bringt einen Absolventen des Medizinstudiums dazu, Hausarzt zu werden, wenn die wirtschaftliche Basis nicht existiert. Nur eine rasche und radikale Umstellung des planwirtschaftlichen GKV-Sachleistungssystems mit seinen unwirtschaftlichen Behandlungspauschalen könnte verhindern, dass in den nächsten Jahren viele Bürger keinen Zugang mehr zur hausärztlichen Versorgung haben werden.

 

Besorgniserregende Entwicklung der hausärztlichen Versorgung in Niedersachsen

 

Die KV in Niedersachsen bietet für einen neuen Mediziner in Munster sogar eine Umsatzgarantie. Landärzte sind eine aussterbende Spezies in Deutschland.

 

Hausarzt auf dem platten Land verzweifelt gesucht

Einem ehemaligen Funktionär der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, der sich als Hausarzt in Gartow niedergelassen hat, droht bereits nach kurzer Zeit ein Regress wegen - aus Kassensicht - zu viel verordneter Medikamente.

 

Der Fall "Gartow" ist exemplarisch. Mit großem Mediengetöse suchte man einen neuen Hausarzt. Sogar das Fernsehen hat berichtet. Dr. Geldmacher, der eigentlich in den Ruhestand hätte gehen können, übernahm die Praxis und geriet sogar als Experte prompt in die Regressfalle.

 

Eine Warnung für alle niederlassungswilligen Ärzte!

 

Verordnungsexperte tappt in die Regressfalle

Auch viele Medizinstudenten und junge Ärzte werden den unten verlinkten Bericht aus Spiegel online vom 16.4.18 zur Kenntnis nehmen, in dem es darum geht, dass zwei hessische Hausärzte mehrere zehntausend Euro Honorar zurückzahlen müssen, weil man ihnen vorwirft, in den letzten Jahren deutlich mehr Hausbesuche durchgeführt zu haben, als der Durchschnitt der hessischen Hausärzte! Hier werden also zwei Hausärzte nach den Regeln der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft, weil sie ihrem Beruf mit großem Engagement  nachgehen. Die meisten Hausärzte machen sowieso keine oder nur noch wenige Hausbesuche, da diese durch das niedrige Honorar von nicht einmal 23€ unwirtschaftlich geworden sind.

 

Viele junge Mediziner werden daraus ihr Schlüsse ziehen und womöglich nicht mehr in Erwägung ziehen, Hausarzt zu werden - sofern sie das überhaupt je vorgehabt hätten.  Als Hausarzt setzt man sich ganz offenbar der Gefahr aus, bestraft zu werden, wenn man seinen Beruf allzu ernst nimmt.

 

Zwei hessische Hausärzte werden für zuviele Hausbesuche bestraft

Ein Hausarzt aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Oer-Erkenschick musste am Montagmorgen 300 Patienten behandeln und schreibt einen Brandbrief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dessen Antwort darf man gespannt warten.

 

Hausarztpraxis schleust am Montagmorgen 300 Patienten durch

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