Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Mecklenburg-Vorpommern

Trotz angepasster Bedarfsplanung und Startgeldern in Höhe von bis zu 50 000 € fehlen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMP) 125 Hausärzte. Nur noch sechs der 27 hausärztlichen Planungsbereiche sind für neue Niederlassungen gesperrt.

 

Hausärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern

Die Rettungsleitstelle soll nun bei der Vermittlung und Koordination von Arztterminen in der Region Vorpommern-Greifswald behilflich sein. Eigentlich dient die Rettungsleitstelle der Entgegennahmen von Notrufen und der Koordination von Rettungsdiensteinsätzen. Es lässt schon tief blicken, wenn sie nun auch für die Koordination von Arztterminen zuständig werden soll.

 

Wähle 112 für den Hausarzt

19.11.14

160 Hausarztpraxen mussten in den letzten zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern mangels Nachfolger schließen. Zweihundert weiteren droht in den nächsten fünf Jahren die Schließung, wenn die Praxisinhaber in den Ruhestand gingen. Jeder fünfte Hausarzt in M-V ist älter als 60 Jahre.

Als Erfolg wertet Sozialministerin Hesse, dass sich derzeit rund 100 Ärzte in der Facharztweiterbildung zum Allgemeinmediziner befänden, was einer deutlichen Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren entspräche. Die fertigen Fachärzte für Allgemeinmedizin dürfe man jedoch nicht ziehen lassen, sondern müsse  attraktive Bedingungen schaffen, um sie im Bundesland zu halten.

 

Im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern sind kaum Nachfolger für Hausärzte zu finden

Die Gemeinde Lüssow in Meckelnburg-Vorpommern hofft auf einen neuen Hausarzt nachdem man in einem Wettbewerb eines Softwarehersteller für Arztpraxen den zweiten Preis gewonnen hat. Das Softwarehaus bietet dem Arzt, der die frisch renovierten Praxisräume beziehen will eine kostenlose Praxissoftware nebst Anschubfinanzierung in Höhe von 2000 €.

 

Software und 2000 € für neuen Hausarzt

Die Kassen legen die Karten auf den Tisch. Der hauptsächlich von ihnen verschuldete Hausärztemangel soll nun zur generellen Abschaffung der Hausarztpraxen und zur Schaffung von Polikliniken nach DDR-Vorbild führen. Vermutlich war dies von Anfang an der Plan der Krankenkassen, da sich durch solche Polikliniken noch mehr Geld einsparen lässt.

An dieser Stelle sei daran erinnert, dass sich die Krankenkassen einen Verwaltungskostenanteil von ca. 15% leisten. Würde man nur einen kleinen Teil dieser, in der Regel überflüssigen und dem Selbstzweck geschuldeten Ausgaben in die ambulante Versorgung fließen lassen, gäbe es in Deutschland keinen Hausärztemangel.

 

Kassen wünschen sich Polikliniken nach DDR-Vorbild

 

Desweiteren bedient sich der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes von Stackelberg in seinem fortgesetzten Ärztebashing den üblichen Tricks:

 

Er bezeichnet den betriebswirtschaftlichen Reingewinn der Praxen fälschlicherweise als "Jahreseinkommen", er verschweigt, dass es gerade die von seiner Organisation vertetenen Kassen sind, welche die Ärzte unverhohlen zur Übertreibung bei chronischen Diagnosen auffordern, um aus dem Gesundheitsfonds mehr Geld zu abschöpfen zu können (der einzelne Arzt hat nämlich gar nichts davon, einen Patienten kränker zu machen, als er tatsächlich ist), und er unterschlägt die Tatsache, dass die Honorarsteigerung der Ärzte zwischen 2007 und 2011 nur wenig mehr als die Inflationsrate ausgeglichen hat.

 

Johann-Magnus Frhr. von Stackelberg verdreht also hier zum wiederholten Male ganz bewusst die Tatsachen. Leider findet er immer wieder sachunkundige Zuhörer und Leser, die seine Behauptungen nicht als das entlarven können, was sie sind: nämlich einfach nur polemische Hetze gegen Ärzte auf Kosten der Beitragszahler.

Bereits Ende 2012 fehlten in Mecklenburg-Vorpommern schon 190 Hausärzte.

 

Hausärztemangel in Mecklenburg-Vorpommern

Aktuelles:

In Deutschland fehlen nach offiziellen Angaben bereits über 2500 Hausärzte

 

15. September 2017

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer sind derzeit in Deutschland über 2500 hausärztliche Niederlassungen unbesetzt. Genaue Zahlen finden Sie hier.

In Bayern fehlen knapp 190 Hausärzte

 

13. September 2017

Bayern gilt unter Hausärzten als erstrebenswertes Bundesland für eine Niederlassung. Dafür sorgen die gute Lebensqualität, hohes Honorar und Niederlassungs-prämien der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Trotzdem sind im südlichen Bundesland 189 Hausarztsitze derzeit nicht besetzt. Spitzenreiter ist der Niederlassungsbereich Ingolstadt Süd, wo es derzeit 13 Nieder-lassungsmöglichkeiten für Hausärzte gibt.

 

Niederlassungsübersicht Bayern

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Copyright by Andreas Ploch, September 2017