Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Hamburg

Es ist interessant, wie sich die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH) die drohende hausärztliche Unterversorgung wegrechnet. Aus dem üblichen Bedarf von einem Hausarzt pro 1671 Einwohnern wird par Ordre du Mufti zunächst ein Bedarf von 1 zu 1714 "angepasst". Rechnet man jedoch mit den angegebenen Zahlen (957 Vertragsärzte zu 1,834 Mio Einwohnern) einmal nach, kommt man auf ein Verhältnis von 1 : 1916. Nur unter Einbeziehung der angestellten Allgemeinmediner ergibt sich das gewünschte Ergebnis von 1 : 1496, welches rechnerisch eine Überversorgung bedeutet. Somit dürfen sich im Bereich der KVHH keine weiteren Hausärzte niederlassen.

 

Schönrechnen in Hamburg

In Hamburg schließen jedes Jahr 40 Hausarztpraxen. Der Hausarztmangel ist bereits eingetreten und droht immer größer zu werden. Der Anreiz für Hausärzte, sich ausgerechnet in Hamburg niederzulassen ist gering, denn die Hamburger Hausärzte verdienen im Vergleich mit ihren Kollegen in anderen Bundesländern relativ schlecht.

 

Schlechte Bezahlung  - Hausärzte meiden Hamburg

Auch viele Medizinstudenten und junge Ärzte werden den unten verlinkten Bericht aus Spiegel online vom 16.4.18 zur Kenntnis nehmen, in dem es darum geht, dass zwei hessische Hausärzte mehrere zehntausend Euro Honorar zurückzahlen müssen, weil man ihnen vorwirft, in den letzten Jahren deutlich mehr Hausbesuche durchgeführt zu haben, als der Durchschnitt der hessischen Hausärzte! Hier werden also zwei Hausärzte nach den Regeln der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft, weil sie ihrem Beruf mit großem Engagement  nachgehen. Die meisten Hausärzte machen sowieso keine oder nur noch wenige Hausbesuche, da diese durch das niedrige Honorar von nicht einmal 23€ unwirtschaftlich geworden sind.

 

Viele junge Mediziner werden daraus ihr Schlüsse ziehen und womöglich nicht mehr in Erwägung ziehen, Hausarzt zu werden - sofern sie das überhaupt je vorgehabt hätten.  Als Hausarzt setzt man sich ganz offenbar der Gefahr aus, bestraft zu werden, wenn man seinen Beruf allzu ernst nimmt.

 

Zwei hessische Hausärzte werden für zuviele Hausbesuche bestraft

Ein Hausarzt aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Oer-Erkenschick musste am Montagmorgen 300 Patienten behandeln und schreibt einen Brandbrief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dessen Antwort darf man gespannt warten.

 

Hausarztpraxis schleust am Montagmorgen 300 Patienten durch

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Copyright by Andreas Ploch, April 2018