Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Berlin und Brandenburg

Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin bleibt dabei: es gibt in der Bundeshauptstadt keinen Ärztemangel. Dabei bezieht man sich auf die offizielle Bedarfsplanung und auf einen Versorgungsgrad von 100 Prozent, verschweigt jedoch, dass es sich dabei um eine aus der Luft gegriffene Zahl handelt, die den Bedurfnissen schon lange nicht mehr entspricht (und nie entsprochen hat) und die vor etwa fünf Jahren den damaligen Verhältnissen par ordre du mufti angepasst wurde.

 

Berlins "scheinbarer" Ärztemangel

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) veröffentlicht zum Hausärztemangel keine offiziellen Zahlen, in 37 der 46 hausärztlichen Planungsbereichen fehlen jedoch Allgemeinmediziner, d.h. diese Gebiete sind für Neuzulassungen nicht gesperrt.

 

Keine genauen Zahlen zum Hausärztemangel, aber kaum Zulassungsbeschränkungen in Brandenburg

In vielen Regionen Brandenburgs droht der Ärztemangel. Mit am stärksten wird es an Hausärzten mangeln, und man überlegt sich bereits, wie man der drohenden Situation entgegentreten könnte und hofft auf die neu gegründete Medizinische Hochschule Brandenburg. Bis diese jedoch die ersten Haus- oder Fachärzte hervorgebracht haben wird, werden mindestens elf Jahre ins Land ziehen.

 

Ärztemangel in Brandenburg

Brandenburg bleibt das Schlusslicht in der medizinischen Versorgung. 2013 standen pro 1624 Einwohner nur ein Hausarzt zur Verfügung. Bei der fachärztlichen Versorgung sieht es nicht besser aus.

 

Brandenburg bleibt Schlusslicht

Über die Schönfärberei bei der Bedarfsplanung berichtet der Nordkurier anhand des Beispiels Templin. Trotz der offiziell behaupteten Normalversorgung bei Hausärzten und sogar Überversorgung bei manchen Facharztgruppen spürt die Bevölkerung Templins den zunehmenden Ärztemangel immer deutlicher.

 

Offizielle Statistik beschönigt den Ärztemangel

06.03.14

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg warnt vor einem zunehmenden Ärztemangel in Brandenburg. Das Bundesland sei ohnehin heute schon die Rote Laterne der kassenärztlichen Versorgung, und es drohe eine deutliche Verschlechterung. Vor allem bei Haus- und Augenärzten sehe es schlecht aus, und das von Bundesgesundheitsminister Gröhe geplante GKV-Versorgungs-stärkungsgesetz werde die Situation noch weiter verschlechtern.

 

Ärztemangel in Brandenburg verschärft sich

27.12.14

In Guben schließen zum Jahresende 2014 drei Arztpraxen, darunter zwei Hausarztpraxen. Im Mittelbereich Guben versorgen dann nur noch 16 Hausärzte die über 32000 Einwohner, was sogar gemäß der neunen Bedarfsplanung, bei der bekanntlich mit einem Soll-Verhältnis von einem Hausarzt pro 1689 Einwohnern 17% der benötigten Hausärzte weggerechnet wurden, einer deutlichen Unterversorgung entspricht.

 

Guben verliert zwei Hausärzte

15.11.14

Das von Gesundheitsminister Gröhe geplante "GKV-Versorgungsstärkungsgesetz" (GKV-VSG) könnte dazu führen, dass Berlin über 2000 Arztpraxen, darunter 205 Hausarztpraxen verlieren wird. Diese Praxen dürften aufgrund der offiziell bestehenden Überversorgung nämlich nicht nachbesetzt werden, wenn der derzeitige Praxisinhaber in den Ruhestand tritt. Eine Nachbesetzung wäre gemäß GKV-VSG auch nicht möglich, wenn ein anderer Arzt die Praxis übernehemen möchte.

 

Gesundheitsminister Gröhe sorgt für ein beschleunigtes Praxissterben

10.11.14

Die brandenburgischen Landkreise Teltow-Fleming und Dahme-Spreewald suchen dringend Hausärzte - sowohl auf dem Land, als auch in den Städten und größeren Gemeinden. Um Ärzten die Niederlassung schmackhaft zu machen, sind am ehesten finanzielle Anreize wichtig, doch hierbei sind auch die Kommungen gefragt.

 

Hausärzte wollen nicht nach Brandenburg

30.9.14

Brandenburg belegt in der hausärztlichen Versorgung den vorletzten Platz vor Nordrhein-Westfalen. Nichts desto trotz wird dieses Ergebnis vom hausärztlichen Vorstand der KV Brandenburg Andreas Schwark beinahe schon bejubelt. Bei einem Arzt-Einwohner-Verhältnis von eins zu 1624 spricht er von einer Verbesserung. Was er nicht sagt, ist, dass diese Verbesserung nicht durch die Zunahme an Hausärzten, sondern in erster Linie durch die Veränderung der Bedarfsplanung zum 1.1.2013 erreicht wurde, welche die Relation von Hausärzten und Einwohnern zu ungunsten der Einwohner auf eins zu 1671 verschlechterte (vorher 1 : 1419). Trotzdem sind fünf Mittelbereiche um Berlin immer noch unterversorgt. Doch solange die Patienten von dort in die nahe gelegene Bundeshauptstadt zum Hausarzt fahren könnten, sieht Schwark auch hier kein nennenswertes Problem.

 

KV Brandenburg redet sich die Fakten passend

20.9.14

Auf Youtube erläutert ein Patient anhand des eigenen Beispiels die Folgen des Hausärztemangels in Berlin.

(Nichts für schwache Nerven!)

 

Ärztemangel in Berlin und seine Folgen

7.8.14

In der Kreisstadt Eberswalde schließt ein Hausarzt seine Praxis nachdem er auch nach zweijähriger intensiver Suche keinen Nachfolger finden konnte. Genauso geht es jedem zweiten Hausarzt in Brandenburg.

 

Ladenhüter Hausarztpraxis

Brandenburg plant eine eigene medizinische Privathochschule um dem Mangel an Klinik- und Hausärzten entgegenzutreten. Kritiker befürchten dagegen das mangelnde Know-How.

 

Medizinische Hochschule Brandenburg "Theodor Fontane"

In Lychen wird es ab September 2014 nur noch einen Hausarzt geben, denn der zweiten Hausärztin wurde der Mietvertrag gekündigt und die Stadt Lychen kann keine geeigneten Räume zur Verfügung stellen. Die Hausärztin wird daher nach Templin wechseln.

 

Kein neuer Hausarzt für Lychen in Sicht

Daten und Fakten zur ambulanten ärztlichen Versorgung in Brandenburg

 

Infos von der KVBB

In Brandenburg werden trotz ansteigender Arztzahlen die Ärzte knapp. Der Grund dafür besteht darin, dass immer mehr Ärzte in den Ruhestand gehen.

 

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53295/Mehr-Aerzte-in-Brandenburg-Aerztemangel-trotzdem-weiterhin-problematisch

Ohne die Notaufnahmen in den Kliniken würde die ambulante Versorgung in vielen Regionen Brandenburg bereits heute schon zusammenbrechen. Dies resumiert der Geschäftsführer des Landeskrankenhausverbandes Brandenburg Jens-Uwe Schreck in einem Positionspapier vom 5.5.2014. Viele Bürger würden aufgrund des bestehenden Ärztemangels anstatt eine Praxis gleich eine Ambulanz in einem der 53 Krankenhäuser Brandenburgs aufsuchen. Die Krankenhäuser erhielten dafür ein Honorar von ca. 30€. Schreck bemängelt diese schlechte Honorierung und fordert höhere Honorare und die Miteinbeziehung der Krankenhäuser in den Sicherstellungsauftrag.

 

Positionspapier der LKB

 

Der LKB-Geschäftsführer scheint leider nicht zu wissen, dass für das Honorar, welches ein brandenburgisches Krankenhaus für die einmalige Behandlung eines Patienten erhält, die niedergelassenen Ärzte einen Patienten ein ganzes Quartal lang behandeln müssen - und das unabhängig von der Anzahl der Konsultationen.

Die Landesärztekammer Brandenburg startet ein Programm zur Gewinung neuer Hausärzte. Damit ist sie nicht die erste Landeesärztekammer oder Kassenärztliche Vereinigung. Einen spürbaren Erfolg hat es bislang nirgends gebracht.

 

http://www.laekb.de/10arzt/95Aerztemangel/

Auch viele Medizinstudenten und junge Ärzte werden den unten verlinkten Bericht aus Spiegel online vom 16.4.18 zur Kenntnis nehmen, in dem es darum geht, dass zwei hessische Hausärzte mehrere zehntausend Euro Honorar zurückzahlen müssen, weil man ihnen vorwirft, in den letzten Jahren deutlich mehr Hausbesuche durchgeführt zu haben, als der Durchschnitt der hessischen Hausärzte! Hier werden also zwei Hausärzte nach den Regeln der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft, weil sie ihrem Beruf mit großem Engagement  nachgehen. Die meisten Hausärzte machen sowieso keine oder nur noch wenige Hausbesuche, da diese durch das niedrige Honorar von nicht einmal 23€ unwirtschaftlich geworden sind.

 

Viele junge Mediziner werden daraus ihr Schlüsse ziehen und womöglich nicht mehr in Erwägung ziehen, Hausarzt zu werden - sofern sie das überhaupt je vorgehabt hätten.  Als Hausarzt setzt man sich ganz offenbar der Gefahr aus, bestraft zu werden, wenn man seinen Beruf allzu ernst nimmt.

 

Zwei hessische Hausärzte werden für zuviele Hausbesuche bestraft

Ein Hausarzt aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Oer-Erkenschick musste am Montagmorgen 300 Patienten behandeln und schreibt einen Brandbrief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dessen Antwort darf man gespannt warten.

 

Hausarztpraxis schleust am Montagmorgen 300 Patienten durch

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