Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Bayern

Das beschauliche Dorf Moosach im Landkreis Ebersberg, droht zum Jahresende seinen einzigen Hausarzt zu verlieren. Obwohl dem Landkreis Ebersberg bislang keine hausärztliche Unterversorgung gedroht hat, findet der bisherige Hausarzt, dessen Praxis sich sogar in gemeindeeigenen Räumen befindet, trotz längerer Suche keinen Nachfolger.

 

Moosacher Hausarzt schließt seine Praxis

Wo fehlen wieviele Hausärzte? Immer noch wird behauptet, der Hausärztemangel sei eigentlich ein Landärztemangel, und Allgemeinmediziner würden sich eben lieber in den Städten niederlassen, als auf dem Land. Nachfolgender Link führt Sie zur aktuellen Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen Bayern (KVB). Die Bedarfsplanung weist alle für weitere hausärztliche Niederlassungen offenen Planungsbereiche auf, und wieviele Hausärzte dort fehlen.

 

In Bayer fehlen 189 Hausärzte

Im Rahmen der Recherche über die Geldverschwendung der gesetzlichen Krankenkassen wurde ein Filmteam des ZDF auf meine Internetseite aufmerksam und besuchte mich im Mai diesen Jahres in meiner Praxis. Der Beitrag im Rahmen von ZDF-zoom wurde am 15. August 2017 gesendet.

 

Teuer, unsinnig, patientenfeindlich

Ab dem 63. Lebensjahr sind niedergelassene Ärzte nicht mehr verpflichtet, am ärztlichen Notdienst teilzunehmen. Die Überalterung der niedergelassenen Ärzte führt dazu, dass die routinemäßigen Notdienste nicht mehr besetzt werden können, denn die jüngerern Ärzte sind nicht mehr bereit, immer noch mehr Dienste zu übernehmen. Daher wird der Notdienst in Bayern neu geregelt. Im Laufe des Jahres 2018 werden die bisherigen kleinen Notdienstbereiche aufgelöst und in größere Notdienstbezirke umgewandelt. Pro Bezirk wird es ein oder mehrere Notdienstpraxen geben an welche sich Patienten außerhalb der Sprechstunden wenden können. An den Notdienstpraxen wird zudem jeweils ein Fahrdienst stationiert, der Hausbesuche bei nicht mobilen Patienten durchführt.

Im Landkreis Main-Spessart macht sich der Hausärztemangel langsam aber sicher bemerkbar. Auch dort wird über Lösungsansätze diskutiert, doch ein Patentrezept findet man natürlich nicht. Den jungen Ärzten, die lieber nicht Hausarzt werden wollen, wird aber unterschwellig vorgeworfen, sie würden lieber abends in die Kneipe gehen, als Patienten zu behandeln.

 

Kein Patentrezept gegen Hausärztemangel

Über allen Regionen Bayerns schwebt das Damokleschwert der (haus-)ärztlichen Unterversorgung. In Nürnberg fand am 7. Februar 2017 eine Fachtagung des Kommunalbüros für ärztliche Versorgung statt, um Lösungsvorschläge gegen den zunehmend spürbaren Hausärztemangel zu erarbeiten. Hierbei wurde erneut der Vorschlag zur Abschaffung bzw. Absenkung des Numerus clausus und zur Schaffung von mehr Medizinstudienplätzen gemacht.

Allerdings müsste auch den bayerischen Verantwortungsträgern mittlerweile klar sein, dass sich durch diese Maßnahmen dem Hausärztemangel in frühestens elf Jahren entgegentreten ließe, denn solange dauert es bis ein neuer Hausarzt ausgebildet ist.

 

In Bayern wird der Hausärztemangel immer stärker spürbar

Auch die Landeshauptstadt München leidet längst unter dem Hausärztemangel. Zwar sind bislang nur einige "unattraktive" Stadtteile betroffen, doch wird das Problem zunehmend spürbar. Schuld daran ist vor allem die vor vier Jahren vollzogene Vergrößerung des Planungsbereiches, in welchem die Kassenärzte ihren Praxissitz beinahme ohne Einschränkungen verlegen können. Das führt dazu, dass vakante Kassenarztsitze in unattraktiven Stadtteilen, wie z.B. dem Hasenbergl aufgekauft und an einen attraktiveren Standort, wie z.B. nach Bogenhausen oder ins Lehel verlegt werden.

 

Der Planungsbereich München umfasst derzeit neben der Stadt selbst auch den kompletten Landkreis München und nach Auskunft der KVB sogar Teile der Landkreise Starnberg und Fürstenfeldbruck. Die für dieses Jahr geplante Aufspaltung des Planungsbereiches München in mehrere kleinere Zulassungsbezirke wird jedoch für die nun unterversorgten Stadtteile keine Verbesserung mehr bewirken.

 

Hausärztemangel in München

Die drei neuen hausärztlichen MVZ (Medizinische Versorgungszentren) in Petershausen, Reichertshausen, und Hohenkammer wurden vom Betreiber überraschend geschlossen. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, dürften jedoch in der Organisation und Wirtschaftlichkeit zu finden sein. Die MVZ mit angestellten und gelegentlich wechselnden Ärzten konnten den angestammten Hausarzt nicht ersetzen und wurden von den Patienten offenbar nicht angenommen.

 

Drei hausärztliche MVZ gescheitert

Auch in Bayern gibt es so viele Ärzte, wie nie zuvor. Allein die Zahl der Ärzte ist aber nicht das Maß für die ärztliche Versorgung, denn arbeiteten die Ärzte früher regelmäßig 50 bis 60 Stunden pro Woche, hat sich deren Arbeitszeit in den letzten Jahren deutlich verringert und liegt heute nur noch bei ca. 40 Stunden.

Die meisten Ärzte möchten sich zudem nicht mehr niederlassen, und wenn eine eigene Praxis angestrebt wird, werden "attraktive" Fachgebiete gewählt, zu welchen die Allgemeinmedizin definitiv nicht gezählt wird. Dieser Umstand führt auch in Bayern zu einer zunehmend schlechteren hausärztlichen Versorgung, obwohl Hausärzte in keinem anderen Bundesland so gute berufliche Bedingungen vorfinden, wie im Freistaat.

 

Immer mehr Ärzte - immer weniger Hausärzte

Am 25. Oktober 2016 fand in Spalt bei Nürnberg ein Arbeitstreffen des Kommunalzirkels "Veränderungsprozesse in der Bevölkerungsstruktur aktiv gestalten" statt, in dem sich über 30 Gemeinden Bayerns zusammengefunden haben. An diesem Tag wurde das Thema "Daseinsvorsorge und (Haus-)Ärztemangel – kommunale Strategien" behandelt. In Vorträgen und einer Podiumsdiskussion wurde die aktuelle und zukünftige Lage sowie mögliche Lösungsstrategien besprochen.

 

Wege aus dem Hausärztemangel in Bayern

Der stellvertretende Bezirksvorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes Dr. Matthias Loew spricht in einem Interview mit dem "Onetz" über die Gründe für den immer spürbarer werdenden Hausärztemangel und mögliche Wege aus der Misere.

 

Die Hälfte der Hausärzte im Ldkr. Neustadt (OPf.) ist älter als 60 Jahre

Die Bayerische Staatszeitung beschäftigt sich in einem Artikel mit dem Hausärztemangel, der auch in Bayern immer größere Ausmaße annimmt. Perspektiven und mögliche Lösungswege werden ausführlich diskutiert, obwohl auch hier keine Musterlösung präsentiert werden kann.

 

Die anderen Bundesländer tun zu wenig - aber Bayern fängt auch gerade erst an!

Der Hausärztemangel ist schon lange nicht mehr auf den Landärztemangel beschränkt. Auch in der Landeshauptstadt München fehlen die Hausärzte in einigen Vierteln bereits spürbar. Vor allem in den sozial schwächeren Stadtteilen Milbertshofen, Hasenbergl, Feldmoching und Am Hart fehlen die Allgemeinmediziner.

 

In vielen Münchner Stadtteilen fehlen Hausärzte

Schon 2014 ein Thema

Rund ein Drittel der bayerischen Hausärzte ist älter als 60 Jahre und wird in den nächsten fünf Jahren in den Ruhestand gehen. Doch nur zehn Prozent der Medizinabsolventen der Universitäten schlagen die Fachrichtung Allgemeinmedizin ein. Vor diesem Hintergrund sieht Bayerns Gesundheitsministerin Huml große Herausforderungen auf den Freistaat zukommen.

 

Kein Ende des Hausarztmangels in Sicht (Welt online)

Kein Ende des Hausarztmangels in Sicht (Focus online)

Im Landkreis Donau-Ries schließen zwei Hausärzte ihre Praxis. Die Suche nach einem Nachfolger blieb erfolglos, obwohl der Freistaat Bayern unter Kassenärzten immer noch als sehr attraktiv gilt. Die meisten niederlassungswilligen Ärzte zieht es jedoch in die Städte.

 

Landärzte machen dicht

Oberbayern ist im Vergleich zu anderen Regionen noch relativ gut mit Hausärzten versorgt. Doch auch hier macht man sich Gedanken über den altersbedingt drohenden Hausärztemangel, der sogar sehr attraktive Landkreise wie Bad Tölz treffen könnte.

 

Zu viel ist immer noch zu wenig

Zwar hat Ingolstadt gemäß der aktuellen Bedarfsplanung noch einen hausärztlichen Versorgungsgrad von 112% - nach der alten Bedarfsplanung wären es nur noch 94% - doch droht auch hier der Hausärztemangel.  Ein Drittel der Ingolstädter Hausärzte ist bereits über 60 Jahre alt und wird daher innerhalb der nächsten 5 Jahre in den Ruhestand gehen. Wie auch in anderen Regionen werden nur die wenigsten ausscheidenden Hausärzte einen Nachfolger finden.

 

Drohender Hausärztemangel in Ingolstadt

4.2.15

In den nächsten sechs Jahren werden in Bayern etwa 3000 der 10000 Hausärzte in den Ruhestand treten, wobei die meisten wohl keinen Nachfolger finden werden. Aktuell sind in Bayern 160 Hausarztsitze offiziell vakant (nach der alten Bedarfsplanung wären es noch einige hundert mehr!). Einen Vorgeschmack auf die drohende Situation erlebt nun die Stadt Scheinfeld, wo bereits eine Hausarztpraxis ohne Nachfolger schließen musste.

 

Hausärztemangel (nicht nur) im Steigerwald

26.11.14

Bayern steuert ungebremst auf einen dramatischen Hausärztemangel zu. Bereits in den nächsten sechs Jahren werden 3000 der rund 10000 bayerischen Hausärzte ausscheiden. Derzeit sind bereits 160 Hausarztsitze vakant. Den durchschnittlich pro Jahr benötigten 500 neuen Fachärzten für Allgemeinmedizin stehen aktuell  nur 220 Absolventen der Facharztausbildung gegenüber. Da der Anteil der Frauen hierbei knapp zwei Drittel beträgt und nicht nur deshalb zu erwarten ist, dass ein Großteil der Absolventen nicht plant, eine Praxis zu übernehmen oder neu zu eröffnen, wird Bayern in den nächsten Jahren viele Hausarztpraxen verlieren. Daran können auch die von der Koordinationsstelle Allgemeinmedizin (KoStA) der Bayerischen Ärztekammer vermeldeten steigenden Zahlen von Allgemeinärzten in Weiterbildung kaum etwas ändern. Trotzdem übt sich der Vorsitzende der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) Max Kaplan in Zweckoptimismus, wohingegen der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) Dieter Geis befürchtet, dass in wenigen Jahren in Bayern "Land unter" herrsche, zumal gemäß Gröhes Planungen zum neuen GKV-Versorgungsstärkungsgesetz die in den offiziell überversorgten Gebieten frei werdenden Sitze eingezogen würden, selbst wenn ein Nachfolger zur Verfügung stünde.

 

Quelle: änd (nur für registrierte Benutzer)

24.11.14

Weil hausärztlich unterversorgte Gemeinden offiziell in einem überversorgten Bereich liegen, droht im Landkreis Augsburg nach Einführung des Gröhe'schen Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG) eine Zwangsschließung von Hausarztpraxen. Der Grund besteht darin, dass der gesamte Mittelbereich Augsburg, welcher Augsburg Stadt und Land umfasst, seit der Novellierung der Bedarfsplanung zum 1.1.2013 als überversorgt gilt, wobei jedoch nicht berücksichtigt wird, dass in vielen ländlichen Bereichen und auch größeren Gemeinden Hausärzte fehlen.

 

Geplantes "Versorgungsstärkungsgesetz" droht die Versorgung unterversorgter Gemeinden weiter zu schwächen

31.10.14

Auch in Bayern redet man sich die aktuelle Situation einmal erneut schön, sieht den Hausärztemangel aktuell nur auf dem Land und in den neuen Bundesländern, doch erkennt man immerhin die bedrohliche Lage. Bei einer Diskussion in Cham ging es darum, ob im Jahr 2020 ein Arztbesuch (für Kassenpatienten) noch möglich sei. Herausgekommen ist dabei erwartungsgemäß nicht viel.

 

Ist 2020 ein Arztbesuch noch möglich?

22.9.14

Die folgende Pressemitteilung des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege muss man evtl. dreimal lesen:

 

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml setzt bei der medizinischen Versorgung auf passgenaue regionale Lösungen. Huml betonte anlässlich der dritten Regionalen Gesundheitskonferenz im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen am Montag: "Wir wollen auch in Zukunft eine hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung in ganz Bayern sicherstellen. Jede Region hat hier besondere Voraussetzungen und Bedürfnisse. Ich bin überzeugt, dass es bei der Suche nach passgenauen Lösungen auf die Experten vor Ort ankommt. Deshalb habe ich das Modellprojekt ‚Regionale Gesundheitskonferenzen‘ angestoßen."

 

Die Regionalen Gesundheitskonferenzen werden derzeit in drei Pilotregionen erprobt. Diese sind: Stadt und Landkreis Bamberg, regionaler Planungsverband Südostbayern und Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Zu den Konferenzen sind neben Vertretern aus der Kommunalpolitik zum Beispiel die örtlichen Repräsentanten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), die ärztlichen Kreisverbände, Vertreter der Krankenhäuser und der Krankenkassen sowie der Öffentliche Gesundheitsdienst eingeladen.

 

Huml betonte: "In den Regionalen Gesundheitskonferenzen kommen lokale Experten zusammen, um konkrete Versorgungsprobleme vor Ort zu lösen. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag dafür, das hohe Niveau medizinischer Versorgung in ganz Bayern auch in Zukunft zu sichern." Die Ministerin ergänzte: "Wir brauchen innovative Ansätze, um eine hochwertige medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Das Konzept der Regionalen Gesundheitskonferenz ist eine solche Innovation."

 

Denn spätestens nach dreimaligem Lesen geht einem auf, dass auch die bayerische Gesundheitsministerin Huml keine Ahnung hat, wie sie dem Hausärztemangel in Bayern begegnen soll. Was sollen denn bitte schön "lokale Experten" gegen den auch in Bayern voranschreitenden Hausärztemangel tun, wenn es auch in Bayern, ebenso wie in allen anderen Bundesländern lange nicht mehr genug Fachärzte für Allgemeinmedizin oder gleichermaßen qualifizierte Fachärzte gibt, um die freien Hausarztsitze heute und in naher Zukunft besetzen zu können? Oder sind die "lokalen Experten" gar Botaniker, die herausgefunden haben, wie man Hausärzte auf Bäumen wachsen lässt?

 

Pressemitteilung des bayerischen Gesundheitsministeriums

16.9.14

Auch in den östlichen Landkreisen Oberbayerns (Landreise Rosenhein, Mühldorf, Traunstein, Altötting) wird in den nächsten zehn bis 15 Jahren ein gravierender Ärztemangel befürchtet. Als Gegenmaßnahme werden zunächst noch kleinere Zulassungsbezirke gefordert. Wie man durch die weitere Verkleinerung der Zulassungsbezirke jedoch Hausärzte gewinnen will, die es  nicht gibt und voraussichtlich auch in Zukunft nicht geben wird, erklärt man vorsichtshalber nicht. Immerhin werden auch höhere Honorare gefordert.

 

Resolution gegen den Hausärztemangel

Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) hilf Städten und Gemeinden bei der Suche nach einem neuen Hausarzt.  Hausarztsuchende Kommunen können auf der Homepage des BHÄV kostenlos ein Inserat schalten.

 

Bayerische Städte und Gemeinden suchen Hausärzte

25.8.14

München hat eine der höchsten Arztdichten Deutschlands. Auf 392 Einwohner kommt ein Arzt. Leider gilt dies in erster Linie für die Spezialisten. So soll es in München beispielsweise mehr Kardiologen geben als in ganz Italien. Mit den Hausärzten schaut es dagegen immer schlechter aus. Die Statistik weist zwar noch 816 Hausärzte aus, doch nahm ihre Zahl seit 2010 um 35 ab. Was aber weder die Statistik noch der Artikel im Münchner Merkur aussagen, ist, dass viele der Münchner Hausärzte gar nicht hausärztlich sondern fachärztlich tätig sind, z.B. als Psychotherapeuten, Pneumologen oder Gastroenterologen. Selbst wenn man die genannte Zahl der Hausärzte zugrunde legt, gibt es in München nur noch einen Hausarzt auf ca. 1715 Einwohner. Mit diesem Verhältnis besteht also auch in München heute schon ein Hausärztemangel.

Sehr problematisch wird es vor allem in den sozial schwachen Stadtteilen, wie dem Hasenbergl, Neuperlach oder Riem. Dort ist es nahezu unmöglich, einen Nachfolger für einen ausscheidenden Hausarzt zu finden.

 

Hausärztemangel in München!

19.8.14

In Neu-Ulm gibt es derzeit genug Hausärzte. Würden allerdings alle über 60jährigen Hausärzte auf einen Schlag aufhören, sähe es sehr schlecht aus. Dies dürfte auch die Zukunft der hausärztlichen Versorgung im Kreis Neu-Ulm sein, denn auch hier sind Praxisnachfolger für Hausärzte sehr rar.

 

Dem Kreis Neu-Ulm droht der (Haus-)Ärztemangel

7.8.14

Im Jahr 2013 haben in Bayern 371 Hausärzte ihre Tätigkeit beendet. 78 von ihnen (=21%) fanden keinen Nachfolger, so dass ihre Praxen geschlossen werden mussten. Somit haben 2013 in Bayern alle vier Wochen sechs Hausarztpraxen für immer geschlossen. Im Jahr zuvor betrug die Rate noch etwa eine geschlossene Praxis pro Woche.

Als Konsequenz fördert die Kassenärztliche Vereinigung Bayern ab sofort hausärztliche Niederlassungen in sechs weiteren Regionen mit bis zu 60 000 Euro.

 

Das Hausarztpraxis-Sterben in Bayern beschleunigt sich

1.8.14

Bis 2020 werden in Bayern 1400 Hausärzte fehlen. In erster Linie werden die ländlichen Regionen vom Hausärztemangel betroffen sein. Kaum ein Landarzt wird noch einen Nachfolger für seine Praxis finden, wenn er in den Ruhestand geht. Sogar in der äußerst attraktiven Region zwischen Wolfratshausen und München suchen Hausärzte heute schon vergebens nach einem Nachfolger.

 

Trotz Lockversuchen: Ärzte wollen nicht aufs Land

30.7.14

Dem Landkreis Kitzingen gehen die Hausärzte aus, die ersten Praxen mussten mangels Nachfolger bereits schließen. Das Problem wird in einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks thematisiert.

 

Im Raum Kitzingen droht ein Ärztemangel

In Bayern, wohlgemerkt das Bundesland in dem es den niedergelassenen Ärzten angeblich noch am besten geht, fehlen derzeit rund 600 Hausärzte. Tendenz: deutlich steigend. Jede Woche schließt in Bayern eine Hausarztpraxis für immer.

 

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausarztverbandes (BHÄV) Dr. med. Dieter Geis erläutert die Hintergründe.

 

Hausärztemangel in Bayern

 

In Bayern wird der zunehmende Hausärztemangel schöngerechnet. Das stellt sogar die Bayerische Staatszeitung fest!

 

Ärztemangel in Bayern wird statistisch geschönt

Sogar in der Millionenstadt München werden langsam die Hausärzte knapp. Dies spüren in erster Linie die Einwohner der sozial schwächeren Stadtteile, wie z.B das Hasenbergl. Hier möchten sich keine Hausärzte ansiedeln, da der zu erwartende Anteil an Privatpatienten viel zu gering ist, um eine Hausarztpraxis rentabel betreiben zu können.

 

Hausärztemangel in München

 

Selbst in den Landkreisen Ebersberg und Erding, die nicht zuletzt aufgrund der Nähe zur Landeshauptstadt München eine sehr hohe Lebensqualität aufweisen, werden die Hausärzte knapp. Dies hat bereits dazu geführt, dass die ärztlichen Bereitschaftsdienste nicht mehr lückenlos besetzt werden können.

 

Hausärztemagel im Speckgürtel Münchens

Im Landkreis Fürstenfeldbruck, zwischen München und Augsburg gelegen, werden die Hausärzte langsam knapp. Das zeigt sich insbesondere dadurch, dass es immer schwieriger wird, die Notdienste zu besetzen, welche die medizinische Versorgung nachts, am Wochenende und an Feiertagen sicherstellen soll. Seit einer dramatischen Honorarkürzung durch die Kassen sind Notdienste bei Ärzten nicht mehr beliebt. Kein Handwerker oder Schlüsseldienst würde für 70€ in der Nacht zum Kunden fahren. Hausärzte und andere niedergelassene Ärzte werden dagegen zwangsverpflichtet.

 

Hausärztemangel in Fürstenfeldbruck

 

Wenn es schon keine neuen Hausärzte gibt, dann rechnet man die benötigten, nicht vorhandenen Hausärzte eben weg. Das hat man sich wohl bei der Neuordnung der hausärztlichen Planungsbereiche in Bayern gedacht und die Zahl der Niederlassungsmöglichkeiten um 80 Hausarztsitze gekürzt. Auf ähnliche Weise ist man schon zu DDR-Zeiten mit einem real existierenden Mangel umgegangen.

 

So kürzt man den offiziellen Bedarf um 80 Hausarztsitze

 

 

Welche Auswirkungen dies haben kann, schildert die Augsburger Allgemeine anhand eines Beispiels.

 

Hausarzt geht in die Schweiz und hinterlässt eine nicht zu schließende Lücke

 

 

Und auch in der Oberpfalz gibt es deshalb Probleme mit einem dringend benötigten neuen Hausarzt. Den hat man sogar schon gefunden, er erhält jedoch keine Kassenzulassung, weil das Gebiet trotz Hausärztemangels als "überversorgt" gilt.

 

Dringend benötigter Allgemeinmediziner erhält keine Kassenzulassung

 

Ein 83jähriger Allgemeinmediziner wird der Nachfolger seines Nachfolgers! Noch mag dies ein Einzelfall sein, aber es ist heutzutage schon lange nicht mehr unüblich, dass Hausärzte weit über das übliche Rentenalter hinaus in eigener Praxis tätig sind. Der häufigste Grund dafür ist, dass trotz intensiver Suche kein Nachfolger gefunden wird.

 

83jähriger Hausarzt kehrt in Praxis zurück

 

Einer der beiden in Thurmansbang (Bayerischer Wald) ansässigen Hausärzte wird demnächst in den Ruhestand gehen. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Die zweite Praxis kann die medizinische Versorgung der Einwohner alleine nicht sicherstellen.

Mit allen Mitteln versucht die Gemeinde nun einen Interessenten zu finden.

 

Thurmansbang sucht einen neuen Hausarzt

Aktuelles:

In Deutschland fehlen nach offiziellen Angaben bereits über 2500 Hausärzte

 

15. September 2017

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer sind derzeit in Deutschland über 2500 hausärztliche Niederlassungen unbesetzt. Genaue Zahlen finden Sie hier.

In Bayern fehlen knapp 190 Hausärzte

 

13. September 2017

Bayern gilt unter Hausärzten als erstrebenswertes Bundesland für eine Niederlassung. Dafür sorgen die gute Lebensqualität, hohes Honorar und Niederlassungs-prämien der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Trotzdem sind im südlichen Bundesland 189 Hausarztsitze derzeit nicht besetzt. Spitzenreiter ist der Niederlassungsbereich Ingolstadt Süd, wo es derzeit 13 Nieder-lassungsmöglichkeiten für Hausärzte gibt.

 

Niederlassungsübersicht Bayern

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