Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Kuriositäten

Die Suche nach Hausärzten und die Berichte über den Hausärztemangel treibt manchmal seltsame Blüten. Hier finden Sie einige Kuriositäten zu diesem Thema.

19.9.14

Die Zahnärztin und CDU-Stadträtin Monika Bauer aus Hainichen (Sachsen) fordert - wie zu DDR-Zeiten - eine Zwangsverpflichtung von Allgemeinmedizinern für hausärztlich schlecht versorgte Kommunen, wie z.B. der eigenen Stadt. Der bislang gute Versorgungsstandard der neuen Bundesländer sei noch auf die Auswirkungen der Absolventenlenkung aus DDR-Zeiten zurückzuführen gewesen.

 

Die gute Frau ist entweder in der falschen Partei oder benötigt ganz dringend Nachhilfe in bundesdeutscher Staatbürgerkunde. Außerdem übersieht sie, dass Hainichen nicht die einzige hausärztlich unterversorgte Stadt in Deutschland ist, und es zukünftig deutlich mehr unterversorgte Gebiete als real exisitierende Allgemeinmediziner geben wird. Demnächst wird Frau Bauer von Hausärzten wohl auch die Fähigkeit zur Multilokalität  fordern.

 

Eine Ewig-Gestrige äußert sich zum Hausärztemangel

19.8.14

Über "die Linke" kann man ja denken, was man will, aber langweilig wird es bei denen zumindest nicht. Schon gar nicht, wenn es um gesundheitspolitische Themen geht, von welchen man dort offenbar nicht allzu viel Ahnung zu haben scheint. Getreu dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass" wird einerseits der allgemeine Hausärztemangel beklagt, andererseits wird jedoch davor gewarnt, die Honorare der Ärzte zu erhöhen.

 

Liebe Linke, wenn ihr mal wisst, was ihr wollt, lasst es uns bitte wissen.

 

Hilfe, tut endlich was gegen den Hausärztemangel aber das Ärzteeinkommen darf keinesfalls stärker angehoben werden, als die anderen Einkommen!

 

So ganz nebenbei, liebe Linke, das Einkommen der niedergelassenen Ärzte ist in den letzten sechs Jahren um sagenhafte 2,2% angestiegen! Nur wenige Berufsgruppen können einen geringeren Einkommensanstieg verzeichnen. Die Inflation betrug im gleichen Zeitraum übrigens offizielle 7,2% aber gefühlte 15% und der Anstieg der Löhne für das Assistenzpersonal satte 10,4%!

 

Die Linken bleiben sich eben treu, ihre Wurzeln können sie wirklich nicht verleugnen. Blöd nur, dass es die Mauer nicht mehr gibt und die deutschen Ärzte in Scharen und ungehindert ins Ausland fliehen dürfen, wenn sie den ganzen planwirtschaftlichen Kassenmurks nach sozialistischer Blaupause nicht mehr mitmachen wollen.

Ob der folgende Artilkel den humoristischen Geschmack eines jeden trifft, sei einmal dahingestellt, auf jeden Fall versucht sich der Autor in einer satirischen Darstellung des Haus- bzw. Landärztemangels:

 

Landärzte benötigen Fremdsprachenkenntnisse

10.1.14

Das ehemalige SED-Parteiorgan "Neues Deutschland" bleibt sich auch knapp 25 Jahre nach dem Mauerfall treu. In Jahrzehnte lang erprobter Manier schreibt man sich den Hausärztemangel schön. Auch das ND redet vom Verteilungsproblem. Naja, das war ja schon zu den "guten alten DDR-Zeiten" so. Es war alles vorhanden nur eben falsch verteilt.

 

Früher gab es genug Kaffee und Trabbis, heute gibt es genug Ärzte - meint zumindest "Neues Deutschland"

Die Kleinstadt Hohenleuben in Thüringen erlangte 2011 mediale Aufmerksamkeit.  Dem Arzt, der sich bereit erklärt, den frei gewordenen Hausarztsitz zu übernehmen, bot man zum symbolischen Kaufpreis von 10€ ein fast 1000 qm großes Baugrundstück an. Bis heute (Stand 5/2014) war die Suche allerdings erfolglos. Zeitweise gab es zwar eine Filialpraxis eines Arztes aus der Nachbarstadt Zeulenroda, diese wurde aber Mitte 2013 wieder geschlossen.

 

Hohenleuben lockt neuen Arzt mit Baugrundstück

Der Hausarztverband Baden-Württemberg versucht, mit einem Werbefilm neue Hausärzte für das Ländle zu gewinnen. Man weiß zwar nicht, ob man lieber lachen oder weinen soll, aber den Film muss man trotzdem gesehen haben! Nur "Der Landarzt" war besser.

 

Reif für den Oscar!

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein warb 2011 u.a. mit Fußboden-Graffitis und Kaffeebechern für Nachwuchs im Haus- bzw. Landarztsektor.

 

Graffities gegen Landarztmangel

Auch viele Medizinstudenten und junge Ärzte werden den unten verlinkten Bericht aus Spiegel online vom 16.4.18 zur Kenntnis nehmen, in dem es darum geht, dass zwei hessische Hausärzte mehrere zehntausend Euro Honorar zurückzahlen müssen, weil man ihnen vorwirft, in den letzten Jahren deutlich mehr Hausbesuche durchgeführt zu haben, als der Durchschnitt der hessischen Hausärzte! Hier werden also zwei Hausärzte nach den Regeln der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft, weil sie ihrem Beruf mit großem Engagement  nachgehen. Die meisten Hausärzte machen sowieso keine oder nur noch wenige Hausbesuche, da diese durch das niedrige Honorar von nicht einmal 23€ unwirtschaftlich geworden sind.

 

Viele junge Mediziner werden daraus ihr Schlüsse ziehen und womöglich nicht mehr in Erwägung ziehen, Hausarzt zu werden - sofern sie das überhaupt je vorgehabt hätten.  Als Hausarzt setzt man sich ganz offenbar der Gefahr aus, bestraft zu werden, wenn man seinen Beruf allzu ernst nimmt.

 

Zwei hessische Hausärzte werden für zuviele Hausbesuche bestraft

Ein Hausarzt aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Oer-Erkenschick musste am Montagmorgen 300 Patienten behandeln und schreibt einen Brandbrief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dessen Antwort darf man gespannt warten.

 

Hausarztpraxis schleust am Montagmorgen 300 Patienten durch

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