Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Die Heinzel-Ärzte von Deutschland

Wie war in Deutschland es vordem
mit Hausarztpraxen so bequem!
Mit jeder Krankheit, jeder Pein
schaute man beim Hausarzt rein.

 

Da bekam man für lau
ob Mann oder Frau,
die WANZ-Behandlung
mit befreiender Wirkung.
Die Flatrate war billig,
der Hausarzt war willig.
Er untersuchte und heilte,
zum Hausbesuch eilte,
nahm Blut ab und spritzte
und schuftet und schwitzte.
Und eh' der Hausarzt noch erwacht
wurd' er mit Regress bedacht.

 

Der Arzt jedoch, der plagte sich
im Hamsterrad und klagte nicht,
indessen kam die Groko-Schar
und sah, was noch zu holen war.
Mit Kalle und Spahn,
mit Lau und mit mann
mit Gröhe und Pfeiffer
und anderem Eifer
schmiedete man
einen finsteren Plan.
Eh' sich's der Hausarzt noch versah
war'n schon die neuen Regeln da.

 

GKV und Politik
planten dieses Meisterstück.
Die Einzelpraxen sind veraltet,
in MVZs wird nun verwaltet,
auch Krankenhäuser sollen's richten,
das Altbewährte zu vernichten.
Der Grund dafür, der ist doch klar:
das Geld den Kassen heilig war,
- nicht für Patienten, für sich selber
benötigt man die Beitragsgelder.
„Gesundheitsexperten“ finden's fein
fahr'n doch auch sie Gewinne ein.

 

Patient und Arzt sind auf der Strecke,
Wen juckt es denn, wenn wer verrecke?
Letztendlich kam der große Knall,
die Hausärzte verschwanden all!

 

 

Erläuterung:

WANZ ist die gängige Abkürzung für die Anforderungen an eine kassenärztliche Behandlung gem. §12 SGB V: eine Behandlung durch den Kassenarzt muss wirtschaftlich, ausreichend, medizinisch notwendig und zweckmäßig sein.

 

Die Krankenkassen bezahlen die Kassenärztlichen Vereinigungen mit befreiender Wirkung. Das bedeutet, auch wenn das Geld für die Bezahlung der ärztlichen Leistung nicht aussreicht, sind die Kassen nicht zur Nachzahlung verpflichtet.

 

Laufen im Hamsterrad ist eine bildhafte Umschreibung für die Arbeit des Hausarztes bzw. Kassenarztes. Er kann so viel arbeiten wie er will oder kann, sein Honorar kann er mit Mehrarbeit nicht erhöhen. (Ebensowenig, wie der Hamster in seinem Rad vorankommt.)

Erst wenn die letzte Hausarztpraxis geschlossen, der letzte Allgemeinmediziner ins Ausland gegangen,

die letzte Arzthelferin Hartz-IV- Empfängerin geworden ist, werdet ihr merken, dass Hermann Gröhe keine Hausbesuche macht.

Weissagung der Hausärzte Deutschlands

Auch viele Medizinstudenten und junge Ärzte werden den unten verlinkten Bericht aus Spiegel online vom 16.4.18 zur Kenntnis nehmen, in dem es darum geht, dass zwei hessische Hausärzte mehrere zehntausend Euro Honorar zurückzahlen müssen, weil man ihnen vorwirft, in den letzten Jahren deutlich mehr Hausbesuche durchgeführt zu haben, als der Durchschnitt der hessischen Hausärzte! Hier werden also zwei Hausärzte nach den Regeln der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft, weil sie ihrem Beruf mit großem Engagement  nachgehen. Die meisten Hausärzte machen sowieso keine oder nur noch wenige Hausbesuche, da diese durch das niedrige Honorar von nicht einmal 23€ unwirtschaftlich geworden sind.

 

Viele junge Mediziner werden daraus ihr Schlüsse ziehen und womöglich nicht mehr in Erwägung ziehen, Hausarzt zu werden - sofern sie das überhaupt je vorgehabt hätten.  Als Hausarzt setzt man sich ganz offenbar der Gefahr aus, bestraft zu werden, wenn man seinen Beruf allzu ernst nimmt.

 

Zwei hessische Hausärzte werden für zuviele Hausbesuche bestraft

Ein Hausarzt aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Oer-Erkenschick musste am Montagmorgen 300 Patienten behandeln und schreibt einen Brandbrief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dessen Antwort darf man gespannt warten.

 

Hausarztpraxis schleust am Montagmorgen 300 Patienten durch

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