Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Die Chronik des Versagens von Kassen und Gesundheitspolitik

Der Hausärztemangel ist kein Phänomen der letzten drei Jahre, auch wenn er in dieser Zeit ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurde und aus der Berichterstattung der öffentlichen Medien nicht mehr wegzudenken ist. Bereits vor über zehn Jahren war der Hausärztemangel abzusehen. Oft genug wurde vor der sinkenden Zahl der Hausärzte, auch vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden demographischen Entwicklung gewarnt. Doch bei Kassen und Gesundheitspolitikern stießen diese Warnungen auf taube Ohren, obwohl man damals noch leicht hätte gegensteuern können. Jetzt ist es eigentlich zu spät und die dahingehende Entwicklung, dass viele Menschen in Deutschland in absehbarer Zeit keinen Zugang zur hausärztlichen Versorgung mehr haben werden, lässt sich so gut wie nicht mehr abwenden.

 

Die folgenden Links dokumentieren, dass vor dem drohenden Hausärztemangel bereits früh genug gewarnt wurde:

 

Hausärzte leiden an Schwindsucht (2002)

 

Die Gründe für den sich abzeichnenden (Haus-)Ärztemangel waren schon 2003 bekannt

 

Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetags zum Hausärztemangel (2005)

 

Den Hausärzten bricht der Nachwuchs weg (2005)

 

60. Bayerischer Ärztetag: Der Hausärztemangel ist eine gesamtdeutsche Herausforderung (2005)

 

Rückkehr der Gemeindeschwestern wegen Hausärztemangels (2006)

 

Ärzte verlassen Hamburger Problemviertel (2007)

 

Freie Wähler warnen vor dem Hausärztemangel (2007)

 

Weil Arzt sein keinen Spaß mehr macht, werden in Deutschland die Ärzte knapp (2007)

 

Die große Landflucht (2008)

 

Hausärztemangel zeichnet sich ab (2009)

Auch viele Medizinstudenten und junge Ärzte werden den unten verlinkten Bericht aus Spiegel online vom 16.4.18 zur Kenntnis nehmen, in dem es darum geht, dass zwei hessische Hausärzte mehrere zehntausend Euro Honorar zurückzahlen müssen, weil man ihnen vorwirft, in den letzten Jahren deutlich mehr Hausbesuche durchgeführt zu haben, als der Durchschnitt der hessischen Hausärzte! Hier werden also zwei Hausärzte nach den Regeln der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft, weil sie ihrem Beruf mit großem Engagement  nachgehen. Die meisten Hausärzte machen sowieso keine oder nur noch wenige Hausbesuche, da diese durch das niedrige Honorar von nicht einmal 23€ unwirtschaftlich geworden sind.

 

Viele junge Mediziner werden daraus ihr Schlüsse ziehen und womöglich nicht mehr in Erwägung ziehen, Hausarzt zu werden - sofern sie das überhaupt je vorgehabt hätten.  Als Hausarzt setzt man sich ganz offenbar der Gefahr aus, bestraft zu werden, wenn man seinen Beruf allzu ernst nimmt.

 

Zwei hessische Hausärzte werden für zuviele Hausbesuche bestraft

Ein Hausarzt aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Oer-Erkenschick musste am Montagmorgen 300 Patienten behandeln und schreibt einen Brandbrief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dessen Antwort darf man gespannt warten.

 

Hausarztpraxis schleust am Montagmorgen 300 Patienten durch

Druckversion Druckversion | Sitemap
Copyright by Andreas Ploch, April 2018