Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Ertappt!

Hier finden Sie Beispiele, wie Gesundheitspolitiker, Vertreter der Krankenkassen und selbsternannte Gesundheitsexperten falsche oder irreführende Behauptungen in die Welt setzen.

Der Pressesprecher der gesetzlichen Krankenkassen Florian Lanz trickst mit Zahlen über Allgemeinmediziner. Ende 2013 behauptete er, „dass wir noch nie so viele hausärztlich tätige Mediziner hatten wie heute“.   Damit suggeriert er ganz bewusst, es habe niemals zuvor mehr niedergelassene Hausärzte gegeben - und das ist falsch.

 

Die Zahlen, auf die sich Lanz bezog, stammen aus dem Jahr 2012. Zum Stichtag 31.12.2012 gabe es mit 43304 Allgemeinmedizinern tatsächlich so viele, wie nie zuvor, doch Lanz verschwieg wissentlich und offenbar zur Unterschlagung der Tatsachen, dass nur noch 34109 (78,8%) dieser Allgemeinmediziner niedergelassen waren. Die übrigen Allgemeinmediziner sind angestellt oder nicht berufstätig. Somit hat in 2012 die Zahl der niedergelassenen Hausärzte um 490 abgenommen, und in 2011 schon um 394.

(Quelle: Bundesärztekammer)

 

Lanz täuscht

Auch viele Medizinstudenten und junge Ärzte werden den unten verlinkten Bericht aus Spiegel online vom 16.4.18 zur Kenntnis nehmen, in dem es darum geht, dass zwei hessische Hausärzte mehrere zehntausend Euro Honorar zurückzahlen müssen, weil man ihnen vorwirft, in den letzten Jahren deutlich mehr Hausbesuche durchgeführt zu haben, als der Durchschnitt der hessischen Hausärzte! Hier werden also zwei Hausärzte nach den Regeln der deutschen Sozialgesetzgebung abgestraft, weil sie ihrem Beruf mit großem Engagement  nachgehen. Die meisten Hausärzte machen sowieso keine oder nur noch wenige Hausbesuche, da diese durch das niedrige Honorar von nicht einmal 23€ unwirtschaftlich geworden sind.

 

Viele junge Mediziner werden daraus ihr Schlüsse ziehen und womöglich nicht mehr in Erwägung ziehen, Hausarzt zu werden - sofern sie das überhaupt je vorgehabt hätten.  Als Hausarzt setzt man sich ganz offenbar der Gefahr aus, bestraft zu werden, wenn man seinen Beruf allzu ernst nimmt.

 

Zwei hessische Hausärzte werden für zuviele Hausbesuche bestraft

Ein Hausarzt aus der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Oer-Erkenschick musste am Montagmorgen 300 Patienten behandeln und schreibt einen Brandbrief an den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn. Auf dessen Antwort darf man gespannt warten.

 

Hausarztpraxis schleust am Montagmorgen 300 Patienten durch

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