Hausärztemangel in Deutschland
Hausärztemangel in Deutschland

Die Geldverschwendung im GKV-System

In eigener Sache:

 

Im Rahmen der Recherche über die Geldverschwendung der gesetzlichen Krankenkassen wurde ein Filmteam des ZDF auf meine Internetseite aufmerksam und besuchte mich im Mai diesen Jahres in meiner Praxis. Der Beitrag im Rahmen von ZDF-zoom wurde am 15. August 2017 gesendet.

 

Teuer, unsinnig, patientenfeindlich

Geldverschwendung für Homöopathie

 

Homöopathie ist zwar ein allgemein beliebtes Verfahren, jedoch liegt ihre Wirksamkeit nachweislich im Bereich des Placeboeffekts. Trotzdem geben die Krankenkassen jedes Jahr ca. 20 Millionen Euro für homöopathische Behandlungen aus.

 

20 Millionen für Placebos

Geldverschwendung für Studie

Eine Studie der Pronova-BKK führte zu einem absolut vorhersehbaren Ergebnis: Menschen, die auf dem Land leben, benötigen für den Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus eine längere Zeit, als Stadtbewohner.

Hätte man eigentlich jemals etwas anderes gedacht?

Nicht aber das Ergebnis der Studie ist der Skandal, sondern allein die Tatsache, dass für eine solche Studie Geld verschwendet wurde, das letztendlich aus den Beiträgen der Versicherten stammt. Es entspricht einfach der Natur der Dinge, dass die Entfernungen auf dem Land größer sind, als in der Stadt. Für Arztpraxen gilt dies ebenso, wie für den Supermärkte, Autowerkstätten,  Schulen, Kinos, Theater u.s.w.u.s.f..

Die Studie beklagt zudem ernsthaft, dass das vor einem Jahr (!) in Kraft getretende Versorgungsstärkungsgesetz daran immer noch nichts geändert habe.

 

Der Himmel ist blau und nachts wirds dunkel

Krankenkassen verwenden Millionen aus Treuhandgeldern für die Rettung einer insolventen Arbeitsgemeinschaft

Das Bundesversicherungsamt hat als Aufsichtsbehörde nicht eingegriffen, als eine Arbeitsgemeinschaft von Krankenkassen in eine existenzbedrohende wirtschaftliche Schieflage geraten ist. Es beanstandete weder die Verwendung treuhänderisch verwalteten Vermögens für den laufenden Geschäftsbetrieb, noch forderte es die Arbeitsgemeinschaft auf, einen Insolvenzantrag zu stellen.

 

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21.1.2015

Unsinniges Milliardenprojekt von Kassen und Politik: die ECard

Das ZDF-Magazin "Frontal 21" berichtete am 20.1.2015 über die nutzlose und teuere elektronische Gesundheitskarte, die von Gesundheitspolitik und Kassen sprichwörtlich um jeden Preis und gegen den Widerstand der Ärzteschaft eingeführt werden soll. Begleitet wird die Installation der ECard von jeder Menge technischer und organisatorischer Probleme, sodass bereits Parallelen zum Milliardengrab Flughafen Berlin-Brandenburg erkennbar werden. Vor allem der Datenschutz wird nach Befürchtungen vieler Ärzte dabei auf der Strecke bleiben.

 

ECard - nutzlos und teuer

27.9.14

Wie sich die Kassen bei Preisverhandlugen mit der Pharmaindustrie verzocken

Der Bundestagsabgeordnete und "Gesundheitsexperte" Jens Spahn berichtet in seinem Blog, wie es dem GKV-Spitzenverband bei den Preisverhandlungen mit den Medikamentenherstellern gelingt, sich mehrfach heftig zu verzocken und dadurch Kosten in Höhe von hunderten Millionen Euro zu verursachen. Obendrein setzt der GKV-Spitzenverband dadurch auch die Gesundheit vieler gesetzlich Versicherter leichtfertig aufs Spiel.

 

Sturköpfigkeit der Kassen führt zu horrenden Verlusten

20.9.14

Unnötige Ausgaben bescheren den Kassen Verluste

Die gesetzlichen Krankenkassen geben hunderte Millionen Euro für Prämien an Versicherte und freiwillige Zusatzleistungen (z.B. Zahnreinigung, Osteopathie, Homöopathie) aus. Das hat dazu geführt, dass viele Kassen im ersten Halbjahr 2014 deutlich ins Minus gerutscht sind. Die ohnehin schon exorbitant hohen Verwaltungskosten der Kassen stiegen um weitere 2,2%.

 

Obwohl sie immer noch auf Rücklagen in Höhe von 16 Mrd. Euro sitzen, mit Gesundheitsfond sogar über 26 Mrd Euro, ist es nicht auszuschließen, dass einige Kassen ab 2015 Zusatzbeiträge von ihren Versicherten erheben werden.

 

Unnötige Geldausgaben treiben die Kassen ins Minus

 

19.09.2014

DAK steht im Verdacht, Geld an Neumitglieder zu verschenken

Eigentlich sollen Bonusprogramme gesundheitsbewusstes Verhalten von Kassenversicherten fördern und nebenbei die Mitglieder bei der Krankenkasse halten. Als Bonuszahlungen getarnt werden bei der DAK aber offenbar systematisch Gelder an neue Mitglieder verschenkt - möglicherweise als Werbeprämie. Denn der DAK laufen seit Jahren die Versicherten weg. Die Praxis der Geldgeschenke an Neumitglieder deckte eine Recherche des Senders NDR Info auf.

 

Geldgeschenke an Neumitglieder der DAK?

Fast ein Viertel Verwaltungskosten im GKV-System - Kassen vertuschen ihre extrem hohen Kosten!

Den gesetzlichen Krankenversicherungen standen 2010 etwa 176 Mrd Euro zur Verfügung. Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstitus A. T. Kearney zeigte, dass der Verwaltungskostenanteil im öffentlichen Gesundheitssystem im gleichen Jahr 40,4 Mrd € betrug, also ca. 23% der eingezahlten Beiträge. Somit sind die Verwaltungskosten des gesetzlichen Gesundheitsystems um das 3,8fache höher, als der Durchschnitt in deutschen Industrieuntehmen.

27,5 Mrd. € (ca. 68%) der Verwaltungskosten wurden dabei von den Kassen selbst verursacht, womit die Verwaltungskosten der Kassen bezogen auf das Gesamtvolumen der GKV-Ausgaben 15,6% betrugen.

Die Kassen selbst nennen offiziell nur einen Verwaltungskostenanteil von 5,4%, also 9,5 Mrd. €, die von A.T.Kearney nachgewiesenen Kosten sind dagegen um das 2,9fache höher.

 

Addiert man zu den Verwaltungskosten des GKV-Systems noch die Rückstellungen, welche von den Kassen seit einigen Jahren gebildet werden, kann davon ausgegangen werden, dass nur etwa zwei Drittel der Beiträge ihrer eigentlichen Bestimmung, nämlich der Behandlung von Patienten zugeführt werden.

 

Obwohl die Studie bereits 2012 veröffentlicht wurde, hat sich bislang an den exorbitant hohen Verwaltungskosten der Krankenkassen nichts geändert. Mit einer Milliarde Euro pro Jahr, die vom vollkommen übertriebenen Verwaltungsbudget der Kassen in die hausärztliche Versorgung verlagert würden, könnte die Situation der Hausärzte in Deutschland deutlich und nachhaltig verbessert werden.


Die A. T. Kearney-Studie dagegen kommt leider zum Schluss, dass sich die Versichertenbeiträge senken ließen, wenn die Kassen die Verwaltungskosten reduzierten. Dann würde sich aber am drohenden Versorgungsdesaster nichts ändern. Wer eine gute medizinische Versorgung haben will, muss diese bezahlen. Das gilt für Kassen, wie für Versicherte.

 

Die wahren Verwaltungskosten des gesetzlichen Gesundheitssystems und der Krankenkassen

 

Vor diesem Hintergrund ist es sehr interessant, dass die Kassen im ersten Quartal 2014 einen angeblichen Verlust von 200 Mio Euro beklagen, infolge dessen es zu einer Erhebung von Zusatzbeiträgen ab 2015 kommen soll.

Nutzloser Arzttermin-Service der DAK

Die DAK ist nicht gerade dafür bekannt, dass sie mit den Geldern der Beitragszahlern besonders sparsam umgeht. Dies zeigt z.B. der neue Arzttermin-Service. Vollmundig verspricht die DAK auf ihrer Homepage:

 

"Arzttermin online buchen

Sie benötigen noch einen Termin bei einem Facharzt oder einem Hausarzt in Ihrer Nähe? Mit unserem Arzttermin-Service können Sie sich direkt in die Kalender der Arztpraxen eintragen.

Wählen Sie einfach eine Fachrichtung und Ihren Wohnort aus und Sie erhalten alle Ärzte in Ihrer Nähe bei denen Sie sich direkt online einen Termin buchen können."

 

Wer jedoch einen Arzt in der Nähe sucht und einen Termin vereinbaren will, erlebt meistens eine herbe Enttäuschung, denn nur wenige Ärzte nehmen an diesem Service teil. Ein Test der Redaktion des "Ärztlichen Nachrichtendienstes" (änd) ergab, "dass in vielen Regionen des Landes gar kein Arzt in das System eingetragen ist. Die Suche nach Allgemeinmedizinern in Kiel ergab zum Beispiel keinen Treffer - in ganz Hamburg stehen nur zwei Hausärzte zur Verfügung. In München wird nur ein verfügbarer Orthopäde angezeigt. Der hat im Moment aber keine freien Termine mehr."

 

Hier wurden also offenbar Beitragsgelder für einen nutzlosen "Service" vergeudet.

 

Versuchen Sie selbst, einen Arzt in Ihrer Nähe zu finden

Palazzo prozzo für den Spitzenverband der GKV

Der GKV-Spitzenverband, die Lobbyorganisation der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, der sich hauptsächlich aus den Beiträgen der Versicherten finanziert, leistet sich etwas ganz besonderes: eine Luxusimmobilie der Extraklasse mitten in Berlin.

 

Der Projektentwickler schwärmt von dem Gebäude:


"Nicht nur außen, sondern auch innen überzeugt das von den Stararchitekten "Kleihues + Kleihues" entworfene Gebäude mit technischer und gestalterischer Raffinesse: Die teils deckenhohen Fenster und Spezial-Glastüren im Bürobereich sorgen für viel Helligkeit, während Kühldecken und/oder Klimaanlagen das Gebäude temperieren. Bereiche mit Fußbodenheizung, eine Tiefgarage und diverse weitere Annehmlichkeiten wie die aufwendige LED-Lichtanlage und Unterputz-Lautsprecher machen aus dem Palais- Büro ein wahres "Technik-Wunder auf höchstem Niveau."

 

In dieser Pressemeldung wird der Bescheidenheit halber der "Reflexions-Pool" im Innenhof nicht erwähnt.

 

Zunächst sollte der Bürokomplex im "Palais am Deutschen Theater", in dem jedem Mitarbeiter immerhin 40 qm zur Verfügung stehen, für ca. 3 Mio € Kaltmiete pro Jahr angemietet werden. Doch dann wollte der GKV-Spitzenverband die Immobilie sogar für einen Kaufpreis zwischen 70 bis 80 Mio € erwerben. Zuletzt war von 78 Mio € die Rede. Dafür sollten die einzelnen Krankenkassen einen Extrabeitrag an den GKV-Spitzenverband entrichten. Doch hier stieß man auf heftigen Widerstand - nicht von den Kassen selbst, die hätten wohl anstandslos gezahlt (man hat's ja) sondern von den Versicherten, speziell von jenen, bei denen die Versicherungen bestimmte Leistungen verweigerten. Auch der Bund der Steuerzahler empörte sich und es gab sogar eine Strafanzeige gegen die drei Vorstände des Verbandes (Doris Pfeiffer, Johann-Magnus von Stackelberg, Gernot Kiefer) und den damaligen Bundesminister für Gesundheit Daniel Bahr.

 

Der Kauf der Luxusimmobilie kam letztendlich nicht zustande. Der Grund war allerdings nicht die Einsicht der Verantwortlichen des GKV-Spitzenverbandes, sondern die Weigerung des Eigentümers, die Immobilie an die Versicherungslobbyisten zu verkaufen. Er vertrat nämlich die Meinung, das Geld sollte besser den Versicherten zugute kommen. Chapeau!

 

durchblick-gesundheit.de

 

hausarzt-internist-baunatal.arztonline.de

 

berliner-kurier.de

 

aerztezeitung.de

Verschwendung und Schlamperei bei der GKV

Das Handelsblatt listet Beispiele von Verschwendung und Schlampereien bei Krankenkassen auf. Dazu kommen mutmaßliche Betrügereien mit gewinnbringenden Diagnosen.

 

Verschwendung bei den Krankenkassen

Kassen geben 110 Mio € für Zusatzleistung "Osteopathie" aus

Die gesetzlichen Krankenkassen, die eigentlich dem Wirtschaftlichkeitsgebot nach §12 SGB V verpflichtet sind, haben im Jahr 2013 nach Recherchen des Senders NDR Info 110 Mio € für osteopathische Behandlungen ausgegeben. Dabei seien die Kosten förmlich explodiert. Pro Patient und Jahr werden bis zu 360€ für osteopathische Behandlungen ausgegeben. Ein Hausarzt kommt bestenfalls auf 2/3 dieses Betrages - egal, wie oft er einen Patienten pro Jahr behandelt.

 

Bei der Osteopathie handelt es sich um ein unwissenschaftliches Verfahren, dessen Wirksamkeit bislang nicht belegt werden konnte. Osteopath kann sich im Prinzip jeder nennen, eine offizielle Ausbildung gibt es nicht. Gemäß der Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) dürfte die Osteopathie nicht auf Kassenkosten durchgeführt werden, eine Gesetzesänderung durch die ehemalige schwarz-gelbe Regierung machte dies trotzdem möglich. Besonders skandalös ist dabei, dass hierbei auch Berufsgruppen mit Kassengeldern bezahlt werden, die sonst für Abrechnung von Behandlungen Kassenversicherter nicht zugelassen sind, wie z.B. Heilpraktiker oder medizinische Bademeister.

 

Kostenexplosion durch Osteopathie

 

Aktuelles:

In Deutschland fehlen nach offiziellen Angaben bereits über 2500 Hausärzte

 

15. September 2017

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer sind derzeit in Deutschland über 2500 hausärztliche Niederlassungen unbesetzt. Genaue Zahlen finden Sie hier.

In Bayern fehlen knapp 190 Hausärzte

 

13. September 2017

Bayern gilt unter Hausärzten als erstrebenswertes Bundesland für eine Niederlassung. Dafür sorgen die gute Lebensqualität, hohes Honorar und Niederlassungs-prämien der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Trotzdem sind im südlichen Bundesland 189 Hausarztsitze derzeit nicht besetzt. Spitzenreiter ist der Niederlassungsbereich Ingolstadt Süd, wo es derzeit 13 Nieder-lassungsmöglichkeiten für Hausärzte gibt.

 

Niederlassungsübersicht Bayern

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